Wer erhält den AHV-Zuschlag der Übergangsgeneration?
Direkte Antwort
Als Ausgleich für die schrittweise Erhöhung des Referenzalters auf 65 Jahre erhalten Frauen der sogenannten Übergangsgeneration einen lebenslangen Rentenzuschlag. Betroffen sind die Geburtsjahrgänge 1961 bis einschliesslich 1969.
Der Zuschlag wird für jene Anteile der Altersrente gewährt, die nicht vor dem Erreichen des individuellen Referenzalters vorbezogen werden.
Zur Übergangsgeneration gehören ausschliesslich Frauen, die in den Jahren 1961 bis 1969 geboren wurden. Für diese Jahrgänge wird das Referenzalter seit 2025 schrittweise um jeweils drei Monate pro Jahrgang von 64 auf 65 Jahre angehoben.
Verständliche Erklärung
Der Rentenzuschlag ist ein fixer monatlicher Betrag, der zusätzlich zur berechneten AHV-Altersrente ausbezahlt wird. Seine individuelle Höhe hängt von drei Faktoren ab:
Ihrem Geburtsjahr: Bestimmt den massgebenden Prozentsatz (siehe Jahrgangstabelle).
Ihrem durchschnittlichen Jahreseinkommen: Bestimmt die finanzielle Grundstufe (CHF 50.–, CHF 100.– oder CHF 160.– pro Monat).
Ihrer Beitragsdauer: Haben Sie Beitragslücken (unvollständige Beitragsjahre), wird der Zuschlag entsprechend anteilsmässig gekürzt.
Wichtige Ausnahmen und Stolpersteine
Der Gesetzgeber hat den Rentenzuschlag mit besonderen rechtlichen Privilegien ausgestattet:
Keine Plafonierung bei Ehepaaren: Die Summe der Altersrenten von Ehepaaren wird grundsätzlich auf 150 % der maximalen AHV-Altersrente begrenzt. Für den Rentenzuschlag gilt diese Plafonierung jedoch nicht. Er wird zusätzlich und ungekürzt ausgezahlt.
Durchbrechen der Maximalrente: Der Zuschlag wird auch dann voll ausbezahlt, wenn die persönliche Altersrente dadurch die gesetzliche AHV-Maximalrente übersteigt. Dies gilt ausschliesslich für den Rentenzuschlag der Übergangsgeneration.
Ergänzungsleistungen (EL): Der Zuschlag gilt bei der Berechnung von Ergänzungsleistungen als EL-neutral und wird nicht als Einnahme angerechnet.
Keine Teuerung und keine 13. Rente: Der Zuschlag wird nach der erstmaligen Festsetzung im Gegensatz zur ordentlichen Rente nicht mehr an die Preis- oder Lohnentwicklung angepasst. Der Rentenzuschlag wird monatlich zusammen mit der AHV-Altersrente ausbezahlt. Er ist jedoch nicht Bestandteil der 13. AHV-Rente und wird deshalb nur zwölfmal pro Jahr ausgerichtet.
Für Vorbezug und Aufschub gelten folgende Besonderheiten:
Vollständiger Vorbezug: Beziehen Sie Ihre gesamte Rente vor dem Referenzalter, verfällt der Zuschlag komplett. Als Ausgleich profitieren Sie in diesem Fall von deutlich milderen, gesetzlich reduzierten Kürzungssätzen für den Vorbezug.
Teilvorbezug: Beziehen Sie nur einen Teil der Rente vor (möglich sind 20 % bis 80 %), verfällt der Zuschlag nur anteilsmässig für diesen vorbezogenen Teil. Für den verbleibenden Rentenanteil, den Sie ab dem Referenzalter beziehen, erhalten Sie den Zuschlag weiterhin anteilsmässig.
Aufschub: Schieben Sie Ihre Altersrente über das Referenzalter hinaus auf, bleibt der Anspruch auf den Rentenzuschlag bestehen. Der Zuschlag wird zusammen mit der aufgeschobenen Altersrente ausbezahlt.
Was jetzt sinnvoll ist
Da der Rentenzuschlag lebenslang ausbezahlt wird, kann er einen erheblichen Einfluss auf Ihre persönliche Pensionierungsplanung haben. Ein vollständiger Vorbezug kostet Sie den Zuschlag lebenslang. Ein Teilvorbezug sollte gut geplant werden. Für den vorbezogenen Rentenanteil entfällt der Rentenzuschlag. Für den verbleibenden Rentenanteil, den Sie erst ab dem Referenzalter beziehen, bleibt der Rentenzuschlag anteilsmässig erhalten.
Übersicht
Übergangsgeneration (Frauen Jahrgänge 1961–1969)
Referenzalter und maximaler Rentenzuschlag nach Geburtsjahr.
Jahrgang
Referenzalter
Maximaler Rentenzuschlag
1961
64 Jahre + 3 Monate
25 %
1962
64 Jahre + 6 Monate
50 %
1963
64 Jahre + 9 Monate
75 %
1964
65 Jahre
100 %
1965
65 Jahre
100 %
1966
65 Jahre
81 %
1967
65 Jahre
63 %
1968
65 Jahre
44 %
1969
65 Jahre
25 %
Aktuelle Richtwerte für 2026
ÜbergangsgenerationFrauen der Geburtsjahrgänge 1961 bis 1969
GrundzuschlagJe höher das durchschnittliche Jahreseinkommen, desto tiefer der Grundzuschlag: CHF 160.–, CHF 100.– oder CHF 50.– pro Monat
Rechtliche PrivilegienKeine Ehepaar-Plafonierung, Übersteigen der AHV-Maximalrente zulässig, EL-neutral, exakt 12 Auszahlungen pro Jahr
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